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Die Jakobskirche

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 Die Jakobskirche in Weihenzell
Die Jakobskirche in Weihenzell.
Mittelpunkt und Wahrzeichen von Weihenzell ist die schon von weitem sichbare evangelische Pfarrkirche die dem Heiligen Jakobus geweiht ist. Zum ersten Male wird das Gotteshaus mit diesem Namen im Jahre 1490 erwähnt, gleichwohl der erste Bau der Kirche wohl aus dem ausgehenden 13. oder Beginn des 14. Jahrhunderts stammt.

Wegen Baufälligkeit wurde die alte Jakobskirche in den Jahren 1712 auf 1713 abgebrochen und grundlegend unter dem Ansbacher Hofbaudirektorium von Gabrieli um- und neugebaut, der Kirchturm blieb dabei erhalten. Der vorreformatorische Turm ist auf einem alten Kupferstich vom "neuentsprongenen Heilbronn zu Weihenzell" (Bitte lesen sie "Der Heilbrunnen") des Jahres 1680 abgebildet, so wie er auch heutzutage noch steht. Der Turm ist gotisch, während die neue Kirche im Barockstil errichtet wurde. 1788 wurde die Kirche bereits zum ersten Male renoviert, ebenso in den 70er- Jahren des vorigen Jahrhunderts. Eine grundlegender Sanierung und Renovierung des Innenraumes wird im Jahre 1987 durchgeführt. An Glanz und Freundlichkeit hat das Kircheninnere seither noch gewonnen, da der farbenfrohe und schmuckreiche Befund von 1857 originalgetreu wiederhergestellt wurde. Dazwischen hatte man nüchternen Zeitgeist folgend triste Eintönigkeit mit Grau in Grau in das Gotteshaus einziehen lassen.

Die traditionelle enge Verbindung von "Thron und Altar" wird symbolträchtig in der Ausgestaltung des Altars sichtbar. Barocke Engel umrahmen unübersehbar das Markgrafenwappen als Abschluß des Altaraufbaues, darüber steht der Gekreuzigte. Der Altar wurde zu Amtszeiten Pfarrer Helds 1831 vergoldet und erhielt ein neues Altarbild, das die Auferstehungsszene zeigt. Der Taufstein ist eine Gabe des Bauern Schwab aus Grüb, 1867 stiftet der Gebersdorfer Metzgersmeister Sturm den Kronleuchter, die alte, aus dem Jahre 1734 stammende Orgel wird 1869 durch ein neues Instrument ersetzt, 1898 schafft man schließlich die Orgel aus dem Chorraum, wo sie im Markgrafenstil über dem Altar stand, auf die Empore. 1979 bis 1981 wird die Kirche außen renoviert und erhält einen freundlichen gelben Anstrich.

Wahrzeichen und Mittelpunkt wird die Jakobskirche von alters her genannt, Wahrzeichen ist sie wohl weiterhin, ob sie noch geistiger und geistlicher Mittelpunkt ist, sollte eher kritisch und nüchtern gesehen und beurteilt werden. In der Pfarrbeschreibung konnte noch der Seelsorger während des Ersten Weltkrieges und der Jahre danach, Fritz Hahn, berichten: "Die Sakramente des Abendmahls und der Taufe sowie das Wort Gottes in der sonntäglichen Predigt wurden von der Gemeinde geachtet und die Grundgesinnung der Weihenzeller Bauern zeigte sich im regelmäßigen Empfang des Abendmahls und in einer gewissen Heilighaltung des Sonntags". Pfarrer Hahn warnte sogar seine Gemeinde zu jener Zeit eindringlich vor dem gewohnheitsmäßigen "Abendmahllaufen" ohne echtes Schuldbewußtsein.

Die Verlegung des Kirchweihtermins

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Seit der Errichtung des ersten Baues der Jakobskirche- wohl Ende des 13. Jahrhunderts- bis zum Jahre 1770 feierten die Weihenzeller ihre Kirchenweihe am Sonntag Jakobi (Sonntag nach dem Erntedankfest). Auf Bitten der Bevölkerung wurde das Kirchweihfest „...von der Zeit, in der der Bauer mit der Sammlung der Feldfrüchte noch sehr beschäftigt ist" auf einen Sonntag nach Michaelis durch ein Dekret des Casten´-Amtes Onolzbach`verlegt. Die Bürger hatten seinerzeit weitergehend für die Verschiebung in den Herbst argumentiert, „...daß die Einweihung der neugebauten Jakobskirche (gemeint war offenbar die Einweihung des Kirchenschiffes) ohnehin im Jahr 1714 vor dem Advent geschehen sei".

Die 224-jährige Tradition ist seit einigen Jahren beendet worden, denn nach einer Umfrage des Arbeitskreises Dorferneuerung begrüßte die deutliche Mehrzahl der Befragten die Verlegung auf den ursprünglichen Termin am Jakobisonntag. Sowohl der Gemeinderat als auch der Kirchenrat hatte dem Antrag auf Verlegung zugestimmt und damit legitemiert. Weihenzell feiert nun wieder Kirchweih am ursprünglichenTermin – auch wenn der eine oder andere Traditionalist immer noch dem Termin nach Michaelis im Herbst nachtrauert und dann seine eigene Kirchweih feiert...

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